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EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE
von Franz Kafka


Ein Bericht für eine AkademieAufführungen:
2., 6., 8. und 12. April 2006 (20.00 Uhr)
in der Stadtinitiative Wien
7., Kirchengasse 41

Premiere am 23. Mai 2005
im Kinder- und Jugendtheater des
Schauspielhauses Düsseldorf

"Ich hebe die Flasche, vom Original kaum zu unterscheiden; setze sie an und — und werfe sie mit Abscheu, mit Abscheu trotzdem sie leer ist und nur noch der Geruch sie füllt, werfe sie mit Abscheu auf den Boden. Zur Trauer meines Lehrers, zur größeren Trauer meiner selbst."

Menschsein heißt Kultur: Denken, Normen, Zivilisation — im engsten und im weitesten Sinne. Demgegenüber steht das Tier — frei, aber und weil unwissend, unfähig, zu reflektieren oder zu zweifeln. Die Entwicklung vom Tier zum Menschen ist möglich, aber eine Einbahnstraße; jedes Wissen ist sowohl Fortschritt als auch Rückschritt — es kann einen Ausweg bedeuten, aber auch einen Fluch. Für Rotpeter ist es beides und dadurch keines zugleich.

"Rotpeter" spricht von seiner Entwicklung vom freien Affen zum scheinbar zivilisierten Menschen: Von einer Jagdexpedition an der Goldküste eingefangen und an Bord eines Schiffes in einen winzigen Käfig gesteckt, sieht er keinen anderen Ausweg, als sich selbst zum Menschen zu dressieren, stets im Glauben, die einst genossene absolute Freiheit nicht mehr zurückerlangen zu können. Zum Zeitpunkt seines Berichts ist seine Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, daß eine Rückkehr zu seinem Ursprung nicht mehr möglich ist - wer einmal vom Baum der Erkenntnis ißt, dem wird die Rückkehr ins Paradies verwehrt. Rotpeter wird zur tragischen Figur, die einst in der absoluten Freiheit lebte, diese durch Menschenhand verlor und dem sein Wissen und seine Erkenntnis es nun unmöglich machen, sich auch nur der Illusion einer solchen Freiheit hinzugeben.

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Ein Bericht für eine Akademie

Fotos von Christoph Lepka

Rotpeter Claudius von Stolzmann

Regie, Bühne, Ton, Licht und Produktion Kai Krösche, Kolja Burgschuld — Grafik Christoph Lepka — Maske Henriette Zwölfer — Produktionsassistenz Astrid-Marie Reinprecht — Produktionsbetreuung/STUTHE Martin Thomas Pesl — Idee Kai Krösche, Kolja Burgschuld